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USW-Abso - „Klimaschutz – Ruin oder Chance für steirische Unternehmen?“

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Podiumsdiskussion „Klimaschutz – Ruin oder Chance für steirische Unternehmen?“

"Klimaschutz - Ruin oder Chance für steirische Unternehmen?" Diese Frage stellten sich ExpertInnen bei einer Podiumsdiskussion, zu der der AbsolventInnenverein Umweltsystemwissenschaften (USW) an der Universität Graz am Freitag, den 19. November 2004 um 18.30 Uhr, eingeladen hatte. Der Einladung ins Resowi-Zentrum folgten rund 40 InteressentInnen, einerseits AbsolventInnen und Studierende des Studiums USW, andererseits VertreterInnen aus der Wirtschaft, TU Graz und anderen Institutionen.

Eine höchst kontroversiell geführte Diskussion, moderiert vom USW-BWL-Absolventen Christian Steinreiber (Mitarbeiter beim Österreichischen Energiekonsumenten-Verband), versuchte Antworten zu geben auf die Fragen: „Riskieren Klimaschutzverpflichtungen die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Österreich? Welche Chancen bringen Klimaschutz-Initiativen für die Unternehmen? Gibt es Adaptierungsbedarf?“

Univ.-Prof. Dr. Stefan SCHLEICHER (WIFO und Uni Graz) führte als Ökonom die Konsequenzen von Emissionshandel und Ökostromförderung auf einzelne Branchen aus und verwies darauf, dass die daraus entstehenden Zusatzkosten nicht die von der Industrie befürchteten Dimensionen annehmen.  

DI Hans-Jörg GLINZ, Geschäftsführer der Wietersdorfer & Peggauer Zementwerke und Umweltsprecher der österreichischen Zementindustrie hob die in Summe hohe Belastung durch die vielen verschiedenen Klimaschutzmaßnahmen hervor. „Einerseits werden die Energiepreise und –steuern immer weiter gesteigert, andererseits gibt es allerdings keine Entlastung des Faktors Arbeit.“

Mag. Ewald VERHOUNIG als Vertreter der Wirtschaftskammer Steiermark betonte, dass neben der Wirtschaft auch die Privathaushalte und der Personenverkehr ihren Klimaschutzbeitrag leisten müssen, die Wirtschaft habe sich bereits schon sehr angestrengt.  

Frau Mag. Andrea GÖSSINGER-WIESER, Leiterin vom Klimabündnis Steiermark, brachte die globale Sicht des Klimaschutzes ein und unterstrich die in den EU-Ländern sehr hohen Pro-Kopf-Emissionen im Vergleich zu den Entwicklungs- und Schwellenländern, die dadurch größere Klimaschutzbeiträge in den industrialisierten Ländern durchaus rechtfertigen.  

Trotz der sehr unterschiedlichen Sichtweisen wurden Klimaschutzmaßnahmen von allen Beteiligten als notwendig (Verantwortung für zukünftige Generationen) und in einem gewissen Rahmen als Chance gesehen. Kritik wurde jedoch an der mangelhaften Informationspolitik über das Inkrafttreten und die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen geübt. Die schlechte Vorbereitung vieler politischer Entscheidungen, wie beispielsweise die Umsetzung des EU-Emissionshandels, wurde ebenso bemängelt.

Zum informellen Teil des Abends trafen wir uns anschließend im Ristorante Galliano. Bis knapp vor Mitternacht wurde mit den ReferentInnen und KollegInnen über die Dimensionen des Klimaschutzes „gefachsimpelt“. Der persönliche sowie berufliche Erfahrungsaustausch kam beim Abendessen ebenfalls nicht zu kurz.

Bericht: Birgit Friedl, Christian Steinreiber
 

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