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Das Metanoia-Prinzip

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Die Systemwissenschaftler Günther Ossimitz und Christian Lapp bieten mit ihrem Buch „Das Metanoia-Prinzip“ eine auch für interessierte Laien verständliche, aber dennoch wissenschaftlich orientierte Einführung in systemgerechtes Denken und Handeln. Unterstützt durch viele Beispiele, Grafiken und prägnante Merksätze wird die Entwicklung von System-Denken gefördert und die systemische Hand­lungs­kom­petenz gestärkt.

Beide Authoren sind als Lehrende im Bereich Umweltsystemwissenschaften an der Uni Graz tätig - viele von euch werden sie bereits aus diversen Lehrveranstaltungen kennen.

Das Wissen, die Prinzipien und die Beispiele, die in diesem Buch präsentiert werden, liegen oft quer zu unseren üblichen Denkmustern. Die Autoren betonen, dass Systeme, Systemdenken und system­gerechtes Handeln einfach anders – bisweilen sogar total anders sind als unser herkömmliches Denken. Das „Metanoia-Prinzip“ steht genau dafür, dass der Um­gang mit Systemen eine fundamental neue Art des Denkens und Handelns braucht.

Entstanden ist dieses Buch aus einem Vorlesungsskriptum „Einführung in die Systemwissenschaften“. Unser Verleger Walter Franzbecker lud uns ein, dieses Skriptum als Buch herauszubringen. Im Zuge der Überarbeitung für die Buchfassung entstand ein weitestgehend neues Werk, das noch wesentlich stärker die praktische Seite des systemgerechten Denkens und Handelns in den Vordergrund rückt.

Zum Aufbau des Buchs:

Der Aufbau des Buches orientiert sich an vier grundlegenden Dimensionen systemischen Denkens:

  • Vernetztes Denken: Damit ist ein Denken in vernetzten, systemischen Zusammenhängen gemeint, bei denen Wirkungsnetze und Wirkungs­kreis­läufe beachtet werden.
  • Zeitliche Dynamiken verstehen: Systeme entwickeln oft ihre eigene Dynamik und können nur im Einklang mit dieser Eigendynamik verstanden und gesteuert werden. Da wir Menschen uns oft schwer tun, zeitliche Dynamiken wie Verzögerungen, Schwingungen oder Eskala­tionen zu erkennen, brauchen wir entsprechende Hilfsmittel zur Darstellung und Modellierung von zeitlichen Prozessen.
  • Denken in Modellen: Systeme sind immer modellhafte Verein­fach­un­gen. Ein Verständnis über die Möglichkeiten und Grenzen verschie­dener Systemmodellierungen hilft uns, mit Systemmodellen bewusst um­zu­gehen.
  • Systemgerechtes Handeln: Wir sehen systemisches Han­deln als die Umsetzung systemischen Denkens in der Praxis. Es ist wichtig, die richtigen Hebelpunkte zur Steuerung von Systemen zu erkennen und die Lenkungseingriffe in der richtigen Intensität zur richtigen Zeit zu setzen.

Diese vier miteinander vernetzten Dimensionen decken die in der systemwissenschaftlichen Literatur zu findenden Ansätze zu systemischen Denken und Handeln weitgehend ab und bieten insgesamt einen breiten Zugang zum Thema.

Das fünfte Kapitel behandelt das Thema:

  • Selbstorganisation und lebende Systeme: In diesem Kapitel wird der Bogen systemischer Ansätze aus einem neuen Blickwinkel betrachtet. Im Kern steht die Frage, wie Selbstorganisation funktioniert und was das mit lebenden Systemen zu tun hat

Das fünfte Kapitel basiert auf Teilen der Dissertation von Christian Lapp.

Das Wissen, die Prinzipien und die Beispiele, die wir in diesem Buch präsentieren, liegen vermutlich zum Großteil quer zu Vielem, was Sie bisher gelernt haben und was andere Wissenschaften lehren. Das soll Sie nicht verwundern: Systeme, Systemdenken und systemgerechtes Handeln sind einfach anders – bisweilen sogar total anders als unser herkömmliches Denken. Das soll auch der Buch-Titel „Das Metanoia-Prinzip“ andeuten. Der griechische Begriff „Metanoia“ bedeutet ein radikales Umdenken, bei dem das gesamte Denken und Handeln auf eine neue Grundlage gestellt wird. Mit dem Begriff „Metanoia-Prinzip“ meinen wir, dass der Um­gang mit Systemen eine fundamental neue Art des Denkens und Handelns braucht. Wundern Sie sich nicht, wenn so manches Ihrer gewohnten Denk­muster in Frage gerät. Dies ist ein Zeichen einer ernsthaften Beschäftigung mit Systemen und ihren Eigenarten.

Die systemorientierte Betrachtungsweise verändert unser übliches Bild oft grundlegend und zeigt uns neue Varianten und Möglichkeiten auf, die nach üblichen Denkmustern bisweilen völlig widersinnig oder unmöglich erschienen. Im ersten Moment macht das unser Leben oft nicht einfacher. Wo es bisher eine Erklärung und eine Reaktion gab, müssen wir uns nun entscheiden, welche Sicht angebracht ist. Anfangs kann es verwirrend sein, wenn mehrere Möglichkeiten, die womöglich einander komplett wider­sprechen, praktisch gleichwertig vor einem stehen. Mit der Zeit jedoch, wenn sich so etwas einstellt wie Systemisches Denken, werden Sie bemerken, dass die Entscheidung zwischen den möglichen Erklärungen immer leichter wird. Sie beginnen von der Vielzahl der Wege zu profitieren. Sie entdecken Neuland und können es nützen.

Zu den Authoren:

Günther Ossimitz ist ao. Univ. Prof. an der Universität Klagenfurt und beschäftigt sich mit Systemwissenschaften und Mathematikdidaktik.
Er ist Editor-in-Chief der Encyclopedia of Systems and Cybernetics Online (ESCO) sowie Autor mehrerer Publikationen zur Entwicklung systemischen Denkens.
www.guenther.ossimitz.at; Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Christian Lapp hat Umweltsystemwissenschaften mit Betriebswirtschaft studiert und ist derzeit Lehrbeauftragter für Systemwissenschaften an der Universität Graz. Seine Dissertation hat er über die Selbst­organi­sation sozialer Systeme verfasst.
www.kokon.info; Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

 

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