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Interdisziplinarität

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Die Sinnhaftigkeit der Interdisziplinarität wird heute nicht mehr angezweifelt. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, stellt sich die Frage nach dem Wie. Denn nur weil jede und jeder darüber redet heißt das nicht, dass auch verstanden wurde worum es geht. Oft wird sie nicht akzeptiert sondern nur funktionalisiert! Und tatsächlich gibt es sehr unterschiedliche Zugänge zu diesem Thema. Dass das nicht immer gut ist, beweisen abstruse Vorstellungen die immer wieder auftauchen. Mit einigen soll hier aufgeräumt werden.

Interdisziplinarität ist gut – immer!
Nein, es kommt eben drauf an. Nur weil man früher verstärkt in fachlichen Disziplinen gedacht hat und diese neuerdings aufzubrechen beginnt heißt nicht, dass dies immer der richtige Weg ist. Es kommt auf die Fragestellung an ob ein einzelner Spezialist, ein spezialisiertes aber interdisziplinäres Team oder eine breit aufgestellte Truppe ein Thema bearbeiten soll. Interdisziplinäre Ansätze sind lediglich eine leistungsfähige Ergänzung.

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Wenn sich Betriebswirte als Chemiker üben, die Chemiker volkswirtschaftsliche Größen ermitteln während die Geographen Marketingkonzepte entwerfen ist entweder Fasching oder jemand hat Interdisziplinarität falsch verstanden. Diese bedeutet jedenfalls nicht, dass der eine den Job der anderen macht! Das klingt banal, ist aber ein häufiger Trugschluss.

Interdisziplinarität ist einfach
Selbst eingespielte Teams, deren disziplinenübergreifende Zusammenarbeit blendend funktioniert verweisen immer wieder darauf wie schwierig der alltägliche Umgang miteinander ist. Das liegt nicht an verbohrten Vorurteilen gegenüber anderen Disziplinen, sondern daran, dass es viel Aufwand, Mühe und Willen braucht wenn Interdisziplinarität funktionieren soll.

Fünf Fachbereiche, aufkochen, ein Semester ziehen lassen und fertig!
Leider gibt es kein Rezept. Manchmal funktioniert es und manchmal einfach nicht. Klar ist aber, dass es nicht reicht Menschen unterschiedlicher disziplinärer Herkunft Tür an Tür arbeiten zu lassen, in ein Team zu stecken oder einfach drauf los arbeiten zu lassen. Mehr als im gewohnten Ausmaß braucht es klare Regeln, Strukturen und Abläufe – und ein gemeinsames Thema. Nur wenn sich ein thematischer Kondensationskeim für alle Beteiligten finden lässt kann es funktionieren. Dabei muss disziplinenübergreifendes Arbeiten notwendig sein - jedenfalls ist es kein "Add-On" sondern vielmehr das Fundament.

Die Erfahrung zeigt, dass ein interdisziplinäres Thema so konkret wie nur irgendwie möglich sein muss. Für alle Beteiligten muss intuitiv klar sein wo deren Part liegt. Denn nur wo sich die Stärken verschiedener Disziplinen gegenseitig ergänzen und in eine gemeinsame Fragestellung verschmolzen werden können, macht Interdisziplinarität Sinn. Sonst bleibt, wie so oft, nichts als Geschwätz und Lobhudelei.

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