• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Startseite USW-Magazin USW-Cafe Die Rückkehr der Elektroautos

Die Rückkehr der Elektroautos

E-Mail Drucken PDF

ElektroautoDer griechische Philosoph Heraklit sprach, dass „alles fließt“. Ein Blick auf den motorisierten Individualverkehr lässt heute eher aussprechen: „Alles steht und stinkt“.

Die StadtplanerInnen und Automobilfirmen stehen nicht nur vor der Herausforderung, alles wieder fließend zu machen, sondern sich nach neuen Technologien für die Post-Öl-Ära umzusehen. Ganz oben in den Szenarien finden sich innovative Kleinautos mit Elektroantrieb, wie wohl bald aus den Feldversuchen in den Massenmarkt entlassen werden. Technologisch könnte es jedoch mehr bedeuten, als der bloße Tausch des Antriebsmotors.

Der Klimagipfel in Kopenhagen ließ all jene enttäuscht zurück, die sich einen großen Ruck der Weltgemeinschaft zur Veränderung erhofften. Mehr als eine wage Absichtserklärung ward aus der Abschlussdokument nicht herauszulesen. Wenngleich also von politischer Seite der Mut oder der Wille (vielleicht auch beides) für einen globalen Masterplan fehlt, wird hinter den Türen der Ingenieursstätten schon fleißig geforscht und experimentiert. Den auch eines ist den Automobilkonzernen klar: Erdöl als Basis für ihre Verbrennungsmotoren steht nicht mehr allzu lange zur Verfügung. Will man für die Zukunft
gewappnet sein und auch jetzt schon ökologische Erfolge vorzeigen, werden Ideen und Konzepte für die Zeit nach dem Öl gebraucht. Innovative Firmen, die bislang noch nicht als Autohersteller reüssierten, wittern Morgenluft um im zukünftig neu gemischten Automarkt mitzuwirken. Auf der Los Angeles Autoshow, sonst ein „Stelldich-ein“ von kraftprotzenden SUVs, zeigten verschiedenste Hersteller ihre - teilweise futuristischen - Vorstellungen für die Elektromobilität der Zukunft.

 

Elektroautos, wenngleich schon ein alter Hut (um 1900 ward ein großer Teil der damaligen „Automobile“ elektrisch angetrieben), nehmen derweil schon Gestalt als brauchbare Alternative für den regionalen Individualverkehr an. Dieser Tage startet Ford in Köln einen Großversuch mit 25 Elektroautos in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen und dem Stromversorger RWE. Untersucht werden
sollen in den nächsten zwei Jahren nicht nur die Praxistauglichkeit der Fahrzeuge, sondern auch die Auswirkungen auf Umwelt, Kosten und Sicherheit. Auch durch Berlins Straßen rollen schon Elektro-Smarts der Versuchsreihe von Daimler. Im Gegensatz zum lange versprochenen Wasserstoffantrieb, nimmt der Stromantrieb eine feste Größe in den Zukunftsplänen der Automobilhersteller ein.

Emissionsfrei ist nicht gleich Emissionsfrei.

Der Traum vom abgasfreien Elektroauto wird jedoch nur dann Realität, wenn der Strom aus nachhaltigen Energiequellen stammt. Sonst ist es ein Austreiben des Teufel mit dem Beelzebub: Ein Elektroauto, angetrieben von Strom aus Steinkohlekraftwerken, emittiert gleich viel CO2 wie ein herkömmlicher Benziner mit 5 bis 6 Litern Verbrauch. Wirklich „emissionsfrei“ (ohne Berücksichtigung der Herstellung) ist daher nur ein Tanken am Stromkabel der Wind- oder Sonnenenergie. Eine messbare Sauberkeit wird der  Elektromobilität daher erst mit dem Ausbau der regenerativen Energiequellen zu bescheinigen sein.

  Du musst dich anmelden oder registrieren um diesen Artikel zu kommentieren. Kommentiere diesen Artikel! (0 Beiträge bislang)

Anmelden