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Engagement: Hop oder Flop?

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Ist persönliches Engagement ein Karrieretreiber oder Zeitkiller? Es kann beides sein. Entscheidend sind die persönlichen Beweggründe.

Engagement steht für einen intensiven, persönlichen Einsatz für eine Sache. Dabei machen es die einen aus einem tiefen inneren Antrieb heraus, die anderen weil es hilft das eigene Ego zu polieren oder auch, weil man es einfach tun muss – wegen Karriere und so. Die Motivation dafür, mehr zu machen als was auf den ersten Blick notwendig erscheint, ist bei der Frage nach Sinn und Unsinn des Engagements zentral.

In der Geiselhaft des Lebenslaufes

Das Ideal, einem hehren Ziel durch den Einsatz der eigenen Fähigkeiten zu dienen, ist momentan in ein aussichtslos wirkendes Rückzugsgefecht verwickelt. Stattdessen wird jede noch so banale Tätigkeit gleich auf die Verwertbarkeit für den Lebenslauf abgeklopft. Stichwort „Employability“. Und wenn im Lebenslauf eben jener Akzent fehlt, der das Kriterium „Engagement“ unterstreicht, dann muss da eben noch was her. Am besten sofort – am besten schnell. Die „ideologiefreien Ego- Taktiker“, die ihr Leben als Managementaufgabe begreifen und die am Weg nach oben mal schnell einen verpflichtenden Abstecher machen, sind Getriebene der planbaren Zukunft. Denn, so die Argumentation, wenn man schon nichts dafür bekommt, dann muss man diese Tätigkeiten als Investition in die eigene Zukunft begreifen. In der gedanklichen Geiselhaft des eigenen Lebenslaufes freut man sich dann über einen weiteren Meilenstein am Weg zum Erfolg. Wer sich selbst, oder den eigenen Lebenslauf mittels Engagement zu optimieren versucht, dem bleiben die Freuden einer tiefgreifenden Empathie jedenfalls verwehrt.

Getriebene IdealistInnen und WeltverbesserInnen

Dem entgegengesetzten Typus engagierter Menschen ist die knallharte Kosten-Nutzen-Rechnung fremd. Ihnen ist wahrscheinlich auch nicht so wichtig, dass man durch Engagement, verbunden mit tatsächlicher Begeisterung, neben der persönlichen Umwelt auch das eigene Profil bereichern kann. Aber darum geht es auch gar nicht, sondern vielmehr um das Tun selbst. Die Früchte des eigenen Handelns sind dabei nicht die Heilversprechen der Karrierebibeln, sondern vielmehr die tägliche Tätigkeit selbst. Meistens betrifft dies Menschen, denen die Blaupause des perfekten Studiums oder Lebens nie so wichtig war. Dementsprechend sind das auch Menschen, die dem Ziel eines erfolgreich gestalteten Lebens durch ihr eigenes Handeln im Heute und Jetzt näher zu kommen versuchen. Auch wenn das nicht immer klappt, so ist die Freude am Gestalten und am Handeln doch ein schöner Antrieb für das persönliche Engagement. Und ohne die Scheuklappen des geplanten Lebens erkennt man auch jene Abzweigungen und Querverbindungen, die man sonst gerne übersehen würde.

Klar ist, wer Gutes tut, tut es auch zu einem Teil für sich selbst. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist es umso wichtiger, was die Menschen antreibt. Jene, deren Glück sich als Projektionsfläche all ihrer Hoffnungen und Pläne in ferner Zukunft manifestiert, mögen sich selbst als GewinnerInnen sehen. Das wahre Glück des Handelns und Gestaltens bleibt aber jenen vorbehalten, die gerne tun, was sie tun. Und genau das ist wohl entscheidend!

 

Autor: Andreas Kreuzeder
andreas.kreuzeder[at]gmx.at

 

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